Schlickertüte | Eine Baugemeinschaft im Herzen von Wilhelmsburg

Im Stadtteil zu Hause, mit Hamburg verbunden.

Im Herzen von Wilhelmsburg entsteht mit der Baugemeinschaft Schlickertüte ein besonderes Wohn- und Gewerbeprojekt, das gemeinschaftliches Leben, soziale Teilhabe und nachhaltiges Bauen verbindet. Auf dem Baufeld 01 des Wilhelmsburger Rathausviertels, am obersten Grundstück an der Rothenhäuser Straße, realisiert die Baugruppe ihr zukünftiges Zuhause – ein prägnanter Neubau in Holzbauweise.

Das L-förmige Gebäude staffelt sich mit einem siebengeschossigen Baukörper im Westen und einem viergeschossigen Gebäudeteil im Osten. Im Erdgeschoss sind Gewerbe- und Gemeinschaftsnutzungen vorgesehen, während in den Obergeschossen insgesamt 30 Wohnungen mit einem vielfältigen Wohnungsmix entstehen. Das Angebot reicht von Ein-Personen-Wohnungen über Wohngemeinschaften und eine Clusterwohnung bis hin zu größeren Haushalten. Alle Wohnungen verfügen über einen privaten Freisitz, sind barrierefrei erreichbar und entsprechen den IFB-Förderrichtlinien für Baugemeinschaften, inklusive einer barrierereduzierten Grundausstattung.

Auf Wunsch der Baugruppe wird das Gebäude als Holzbau realisiert und weicht damit bewusst vom IBA-Gestaltungsleitfaden ab, der eine Fassade aus rot-orangen Ziegeln vorsieht. Aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse in Wilhelmsburg sowie der gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss werden das Untergeschoss und das Erdgeschoss in Massivbauweise ausgeführt. Ab dem ersten Obergeschoss wird die Konstruktion konsequent als Holzbau weitergeführt.

Die Erdgeschosszone öffnet sich zur Rothenhäuser Straße und wirkt aktiv in das Quartier hinein: Im westlichen Teil zieht die „Schlickeria“, ein Quartierscafé der Betreiber der Minibar Moralia, ein Ort für Begegnung, Kultur und Kulinarik. Im nordöstlichen Bereich entsteht eine Tagesförderstätte von Leben mit Behinderung Hamburg (LmbHH), in der Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen beschäftigt werden. Geplante Synergien zwischen Café und Tagesförderung stärken das inklusive Miteinander im Quartier. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch den Raum M, einen gemeinschaftlich nutzbaren Raum der Baugruppe, der zum Innenhof orientiert ist und flexibel für Kinoabende, Lesungen, Kurse oder Feiern genutzt werden kann.

Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über einen Laubengang an der Südseite. Von hier aus ist im vierten Obergeschoss auch die gemeinschaftliche Dachterrasse erreichbar, die durch intensive und extensive Dachbegrünung ergänzt wird.

Gestalterisch prägt eine holzsichtige Fassade mit leichter Vorvergrauung die Obergeschosse. Horizontale Metallschienen strukturieren die Fassade und werden gestalterisch durch einen Wechsel der Holzverkleidungsrichtung – vertikal und horizontal – betont. Das Erdgeschoss hebt sich bewusst durch einen Material- und Farbwechsel ab: Die Vorhangfassade orientiert sich mit rot-orangen Farbtönen am IBA-Gestaltungsleitfaden. Bodentiefe Fenster an der West-, Ost- und Nordfassade sowie differenziert gestaltete Brüstungselemente setzen zusätzliche Akzente. Auf der Innenhofseite wird aus brandschutztechnischen Gründen eine nichtbrennbare Fassade vorgesehen.

Die Fassadenbegrünung wird unter Berücksichtigung der brandschutztechnischen Anforderungen neu interpretiert. Die Begrünung wird über bodengebundene, vertikale Systeme realisiert und in enger Abstimmung mit der Freianlagenplanung so gewählt, dass die Holzfassade dauerhaft geschützt bleibt.

Mit der Schlickertüte entsteht ein lebendiges Holzhaus für gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten – fest im Stadtteil verwurzelt, offen für das Quartier und geprägt von sozialem Engagement, nachhaltiger Bauweise und architektonischer Vielfalt.

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